Narrenzunft Schwenningen e.V.

2008

Hanselsprung zum 80-Jährigen

  • Die Narrenzunft feiert mit einem separatem Hanselsprung, mit alten Hanselhäsern, am Fasnet-Samschtig das 80-jährige der Narrenzunft Schwenningen.
  • Die Ratsfrauen der Narrenzunft schauen auf 50 Jahre zurück.

Als Fahnengarde wurde 1958 begonnen

Ein Bericht von Narrenrat Jochen Schwillo

Die Ratsfrauen der Narrenzunft Schwenningen feiern Jubiläum. 1958 noch als Fahnengarde gegründet, ist die Gruppe nach 50 Jahren aus der Schwenninger Fasnet nicht mehr fortzudenken. Bei einem Fasnetumzug im Jahre 1958 in Geisingen feierten die jungen Damen der Schwenninger Zunft ihre Premiere. Neben den Schwestern Marie Glass und Lonie Golinske, die damals mit einem Elferrat verheiratet waren, hatten sich in der Fahnengarde auch Frauen engagiert, die nichts mit einem Elfer- beziehungsweise Narrenrat zu tun hatten. Hierbei handelte es sich um Lotte Hauschel und Inge Schramm. Die Idee ein Kostüm für die „Garde“ zu schaffen, stammt von Max Glass. Man wollte etwas kreieren, das farblich zum Ratskostüm der Männer passte. Demnach wurden die Röcke und Westen in einem dunklen Blau geschneidert und die weißen Hüte der Fahnengarde waren noch „handgemacht“.
Die erste Trägerin des Zunftbanners war Marie Glass. Die Standarte wurde 1957 von Franz Schliefenbacher anlässlich des großen Narrenfreundschaftstreffen gestiftet. Bis 1963 trug Marie Glass die Fahne mit dem Dreigestirn: Hölzlekönig, Hansel und Schantle. Dann folgte Elisabeth Marquardt, die das Zunftbanner bis Mitte der 1980er-Jahre trug. Seither läuft ein Hästräger mit der Fahne. Von 1971 an wird der Schwan von den Frauen besetzt und seit 1973 begleiteten nur noch Ratsfrauen die Fahne. Denn damals erhielten die Frauen der Narrenräte ihr neues Outfit, das wieder an die Kostüme der Männer angelehnt war. Außer, dass die Frauen rund 30 Jahre das Zunftbanner präsentierten, waren sie auch beim Dekorieren für die Fasnetbälle oder beim Wagenbau engagiert. Gerne erinnert man sich an den Rosenwagen, der mit Hilfe der Frauen gebaut worden ist. In der Zeit von Zunftmeister Ferdinand Hils wurden die Ratsfrauensitzungen eingeführt, die es auch heute noch gibt. Hier können die Frauen ihre Ideen und Vorstellungen einbringen. Sie können auch Kritik üben oder Lob äußern. Während über viele Jahre der Beschluss bestand, dass nur eine Ehefrau eines Narrenrates als Ratsfrau aktiv werden darf, wurde diese Bestimmung gelockert. Jetzt dürfen sich auch Partnerinnen von Narrenräten als Ratsfrauen engagieren, obwohl sie noch nicht verheiratet sind.