Narrenzunft Schwenningen e.V.

2006

Hansel zieht ins Heimatmuseum

  • Der Hansel zieht ins Heimatmuseum ein.
  • Die Narrenzunft Schwenningen begleitet seit 70 Jahren der Schwan beim großen Umzug am Fasnet-Sunntig, des Weiteren blickt die Narrenzunft auf 40 Jahre Hexverbrennung zurück.
  • 28. Juni 2006 – Der Bauhof wird durch ein großes Hagelunwetter stark beschädigt.

70 Jahre Schwan

Eine Zierde für die Stadt

Ein Bericht von Narrenrat Jochen Schwillo

Geburtstag feiert unser Schwenninger Schwan. Seit 70 Jahren gehört das Wappentier der Schwenninger zur Fasnet. Der Schwan hat es schon früh zu Ruhm und Anerkennung bei der Narrenzunft Schwenningen gebracht. 1936 „geboren“, war der erste Schwan bereits beim althistorischen Narrentreffen der Schwäbisch-Alemannischen Narrenvereinigung in Oberndorf dabei.

Mit seiner imposanten Größe von damals vier Metern in der Länge und acht Metern in der Höhe, wog das „Schwenninger Federvieh“ satte 20 Zentner und hatte auch Platz für Mitglieder des damaligen Elferrates. Zudem war es schon damals eine Zierde für die Stadt. Eine zweite Generation, die wohl nach dem Kriege gebaut wurde, war etwas schmächtiger von Statur.
Das obere Bild zeigt Hermann Rosenberger und Karl Ebert beim Schwenninger Fasnet-Umzug, wie sie 1965 aus dem Schwan heraus grüßen.

Der heutige Schwan, so wie er sich dem Narrenpublikum präsentiert, wurde da schon wieder größer und pompöser gebaut.
Zu Beginn der 1970-er Jahre erblickte dieses Exemplar das Licht der Schwenninger Narrenwelt. Seither haben die Ratsfrauen die Ehre, aus dem Schwan herauszuwinken und mit ihren süßen Gaben dem Publikum etwas Freude zu bringen.

40 Jahre Hexverbrennen

Das große Heulen am Fasnet-Zieschtig

Ein Bericht von Narrenrat Jochen Schwillo

Am Fasnet-Zieschtig 1966 brannte erstmals die Fasnethexe auf dem Sturmbühl. Der jahrzehntelange Brauch in Schwenningen, die Fasnet während der Schlüsselbälle zu begraben, kam beim Publikum scheinbar nicht mehr an. 1965 fand letztmals solch ein Kehraus-Ball unter Narrenzunft-Regie statt. Vor 40 Jahren regierte ein neuer, fortschrittlicher Zeitgeist. Dass eine Hanselfigur in einem sargähnlichen Gebilde „zu Grabe“ getragen wurde, hatte nichts mehr mit der „sauberen Fasnet“ dieser Jahre zu tun. Die Schwenninger Narren gewöhnten sich schnell an das neue Prozedere der Hexverbrennung, die so neu auch nicht mehr war. Denn in den 1930er-Jahren wurde dieser Brauch auch mal kurzfristig ausgeübt. Da es vor 40 Jahren in Schwenningen noch keine Hexenfigur gab, die, wie beispielsweise in Offenburg, die alte Fasnet dem Feuer übergibt, hatte seinerzeit der Schwenninger Zunftmeister die große Ehre, die Fackel an die überdimensionale Strohpuppe zu halten.

„In Anwesenheit der Narren steckte er ‚das grässliche Ungeheuer‘ in Brand“, schrieb damals die Heimatzeitung, die „Neckarquelle“. Die Narren brachen in schrilles Wehklagen aus und die Musik spielte Trauerweisen. Seither hat sich auch nicht geändert, dass mit den letzten Klängen des in getragener Weise gespielten Narrenmarsches die Hästräger die Scheme lupfen und das große Heulen losgeht. Und während die Ratsfrauen am großen Leintuch Einigkeit präsentieren und gemeinsam „blären“, blitzt beim einen oder anderen Narren der Schalk aus den Augenwinkeln hervor, als möge er sagen, „es goot dr’gege“. Daran ändert sich bis heute nichts. Zum Fasnet-Ende 1974 übernahmen schließlich die drei Mooshexen die Zeremonie des Hexverbrennens. Die Hexenhäs-Träger sind übrigens für den Bau der großen Strohpuppe verantwortlich, in der etliche Kilo an Stroh stecken und viele Meter Stoff verarbeitet sind. Nur zweimal, 1990 als ein Sturm das Hexverbrennen ausfallen ließ und 1991 beim Golfkrieg, blieb die Hex im Schopf.