Narrenzunft Schwenningen e.V.

1934

Taufe des Karnevalvereins

Die Taufe des Karnevalvereins im „Rößle“ ist gleichzeitg auch ein kleines Narrentreffen der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte.

Der Karnevalverein Schwenningen hatte geplant, am 11. Februar 1934 einen Umzug durchzuführen. Doch das Innenministerium genehmigte diesen nicht. Dieser Umzug, der unter dem Motto „Der Alemannen Einzug in Schwenningen“ stand, wollte sich mit wahren Begebenheiten beschäftigen, die sich in Schwenningen abgespielt und somit historisch wären. Obwohl alle Behörden, sogar die Polizei, den Umzug befürworteten, blieb es beim Nein.
Als 1933 die Herbsttagung des süddeutschen alemannischen Narrenverbandes in Möhringen stattfand und die Aufnahme des Karnevalvereins in den Verband vorgenommen werden sollte, waren die Schwenninger sehr darauf bedacht, mit den Nachbarstädten Villingen und Rottweil Freundschaft zu halten, um die Aufnahme in den Verband nicht zu gefährden. Villingen hatte sich für die Aufnahme ausgesprochen, die Rottweiler sprachen sich aber gegen die Schwenninger aus. Die Zünfte stimmten, bis auf Rottweil, für die Aufnahme in den Verband. Rottweil ärgerte sich wegen der Aufnahme der Schwenninger so sehr, dass die Narrenzunft es bei einer Mitgliederversammlung erwog, aus dem Verband auszutreten. Es wurde damit begründet, dass solche Vereine aufgenommen wurden, welche nur aus wirtschaftlichen Gründen entstanden seien. Wie der Karnevalverein in einer Pressemitteilung bekanntgab, wurden für die große Elferratssitzung, mit gleichzeitiger Vereinstaufe, am 11. Februar 1934 die Verbandszünfte nach Schwenningen eingeladen, mit Ausnahme von Rottweil. „Schon Jahre hindurch haben wir Schwenninger die Rottweiler Fasnacht unterstützt“, stellte der Verein in der Neckarquelle fest. Es wurde die Frage aufgestellt, ob man am Fasnachtsmontag 1934 wieder nach Rottweil solle, oder lieber die Zünfte unterstützen, die zur Taufe in den Rößle-Saalbau kamen. Hier fühlte man sich moralisch den Villingern, den Bad Dürrheimern, Donaueschingern und den Bräunlingern verpflichtet.
Die Narrenvereinigung zeigte sich damals über das Verhalten der Rottweiler Zunft empört, liest man weiter in der Zeitung und der Schwenninger Karnevalverein forderte die Bevölkerung auf, nur zu Veranstaltungen der Zünfte zu fahren, die nach Schwenningen kommen würden.