Narrenzunft Schwenningen e.V.

1933

Aufnahme in die VSAN

In diesem Jahr wird der Narrenmarsch geboren. Es ist das Jahr, in dem der Hölzlekönig zur symbolischen Einzelfigur der Schwenninger Fasnet ernannt wird. Mit den neu geschaffenen Häsern ist man in Stockach beim Narrentreffen dabei. Die Zunft wird beim Verbandstag der Schwäbisch-Alemannischen Narrenvereinigung in Möhringen in den Kreis des größten südwestdeutschen Narrenkreises aufgenommen. Pate standen damals unter anderem die Historische Narrozunft Villingen, sowie die Narrenzünfte Donaueschingen und Bräunlingen.

Am 4. und 5. Februar 1933 beteiligt sich der Karnevalsverein am Freundschaftstreffen in Stockach.
Neben dem Narrenrat war Kunstmaler Paul Goetze mit von der Partie, der den Hansel nach alten Vorlagen wieder schuf und dabei den Lokalbezug nicht vergaß. So schmückten das Häs die Hippe (die Schwenninger Trachtenträgerin) und der Uhrenträger, der auf die Industrialisierung Schwenningens als größte Uhrenstadt der Welt hinwies. Ein Pendel, statt eines Narrenschwerts, eine kleine Halskrause und ein Hut mit Gänsefeder machten diesen 30’er Jahre Hansel komplett. Entstanden ist ebenfalls nach alten Vorlagen, der Schantle, der damals noch Bauer tituliert wurde und als dritte, neue Figur, schließlich der Hölzlekönig, der den Status eines Narrenvaters hatte und eben im Jahr 1933 zum Schirmherrn der Schwenninger Fasnet auserkoren wurde. In der Generalversammlung 1933 wurde auch festgestellt, dass die drei fertiggestellten Kostüme, Hansel, Narrenvater und Bauer die Gewähr gaben, dass auch die hiesige Fasnacht einmal Ansehen genießen wird und das Stiefkind Schwenningen zwischen den beiden Narrenstädten Villingen und Rottweil erfolgreich für närrische Gleichberechtigung kämpfte.
Das Wochenende in Stockach aber war für die Schwenninger erfolgreich. Weit über 18.000 Menschen säumten die Straßen und die Schwenninger Narrenkostüme wurden allgemein gut beurteilt.
1933 war für die Zunft auch noch bedeutend, als in jenem Jahr der Narrenmarsch geboren wurde. Komponiert hatte ihn Christian Schlenker und das „Hoorig isch die Katz am Schwanz“, (das 1975 durch G.F. Weber-Benzing seinen heutigen bekannten Text erhielt) erfreut auch im Jubeljahr die Menschen. Nachdem der Elferrat den Vorschlag von Concordia-Kapellmeister Max Simon ablehnte, wurde Schlenkers Narrenmarsch als leicht und beschwingt empfunden.
Am 29. Oktober wurde der Verein bei der Hauptversammlung der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte in Möhringen einstimmig aufgenommen, wobei die Historische Narrozunft Villingen Pate stand.