Ehrenmitglieder

 

Für die Fasnet stark gemacht

Ein Bericht der Südwest Presse / Die Neckarquelle von Jochen Schwillo

Wenn man den Namen Max Glass hört, verbindet man ihn gleich mit der Schwenninger Fasnet. Zwei Drittel seines Lebens, nämlich 55 Jahre bereits, hat Glass, der am Samstag, 6. Januar 2007 seinen 75. Geburtstag feiert, bislang der Narrenzunft gewidmet. "Solange ich noch kann, werde ich die Zunft unterstützen und helfen", sagt das Ehrenmitglied und der Ehrensäckelmeister Max Glass, dem es immer ein Anliegen war, sich für die eigene Fasnet stark zu machen.
Doch dass der Schwenninger einmal bei den Narren landen würde, hätte er in seiner Kindheit und Jugend auch nicht geglaubt, stellt Max Glass fest. Als einziges Kind von Karl und Hedwig Glass erblickte er am Dreikönigstag 1932 das Licht der Schwenninger Welt. In der Hardtstraße aufgewachsen, wegen des Krieges alle Schwenninger Volksschulen besucht , sogar kurzzeitig die Mädchenschule, hegte er bald den Wunsch nach einer Schuhmacherlehre.
"Vielleicht war das erblich", sagt Glass. Schmunzelnd erwähnt er, dass seine Großmutter einmal einen kleinen Schuhladen hatte. Die Lehre machte Glass ab 1946 bei Hermann Gärtner in der Jahnstraße. Dass sein Lehrmeister seinerzeit Ratsmitglied der Narrenzunft Schwenningen war, hatte übrigens keinen Einfluss darauf, dass Max Glass mit der Fasnacht in Verbindung kam. Bei Karl Belihar, erst in der Stube in der Sängerstraße, später dann in der kleinen Fabrik in der Wasenstraße, war er in der Uhrenarmbänderproduktion beschäftigt und das 43 Jahre lang bis er in Rente ging.
Das Kapitel Max Glass und Narrenzunft beginnt 1952. "Ich wollte immer schon einmal ein Häs anziehen", erzählt der Schwenninger, der an jener Fasnet 1952 ins damalige Zunftlokal "Rose" mit seiner späteren Ehefrau Marie ging. Es bestand damals die Möglichkeit, den Hölzlekönig anzuziehen, aber nur, wenn er Mitglied werden würde, hieß es. 1953 wurde Glass in den damaligen Elferrat gewählt und übernahm gleich das Amt des so genannten Unterkassierers. 1954 wurde er schließlich der Säckelmeister der Narrenzunft.
30 Jahre lang führte er die Kassen und kümmerte sich um die Vereinsfinanzen. Es war auch das Jahr, in dem sich Max Glass aktiv in die Häsmacherei einbrachte. "Wir hatten früher gerademal 22 Hansel und zwei Schantle und den Hölzlekönig", erinnert sich Max Glass, der bei den Narrentreffen immer etwas neidisch auf andere Zünfte mit den vielen Hästrägern blickte. Gleich im ersten Jahr fertigte er zehn Hanselhäser. Zwei Jahre später kamen nochmals sechs Hansel hinzu, und so wurden es in den nachfolgenden 50 Jahren immer mehr Schwenninger Weißnarren, die bis zur heutigen Perfektion geschaffen wurden.
Ebenso groß wurde das Interesse am Schantle. Als junger Kassierer war er für die Abwicklung des Narrenfreundschafttreffens 1957 zuständig. Hier hatte sich die Zunft beinahe finanziell übernommen, was zur Folge hatte, dass beinahe der gesamte Narrenrat aus dem Amt zurücktrat. 1958 war Glass dann für ein Jahr kommissarischer Vorstand. Das Kostüm der Ratsfrauen geht ebenso auf einen Entwurf von ihm zurück wie die Ideen, die er zur Moosmulle-Maske beitrug.
Beim Bau der alten Zunftstube in der Holzstraße, dann im Zunftlokal in der Sturmbühlstraße oder beim Bauhof war Glass an vorderer Stelle zu finden. Er sei sogar aktiv beim Narrenschopfbau in Bad Dürrheim mit von der Partie gewesen, erzählt Glass, der die Narrenfreundschaft zwischen Schwenningen und Freiburg mitbegründete und sogar die Anfänge der Gockelgilde im Zollhaus mitmachte.