Ehrenzunftmeister

~ Ralf Prätzas ~

Ein Bericht von Jochen Schwillo

Bei der Narrenzunft Schwenningen gibt es bald gravierende Veränderungen in der Vorstandschaft. Zunftmeister Ralf Prätzas wird bei der Jahreshauptversammlung Ende September nicht mehr kandidieren. Die Nachfolge ist geregelt. „Ich habe mir diese Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagt Ralf Prätzas. Schon seit geraumer Zeit habe der Schwenninger mit dem Gedanken gespielt, in der Narrenzunft künftig etwas kürzer treten zu wollen – und nicht mehr an vorderer Vereinsfront präsent zu sein. 17 Jahre lang war Ralf Prätzas in der engeren Vorstandschaft der Narrenzunft Schwenningen. 1978 ist Prätzas der Zunft beigetreten. In den ersten Jahren war er aktiver Hansel-Hästräger. Der Ruf in den Narrenrat, unter dem damaligen Zunftmeister Hans Faller, erreichte ihn 1987. Ralf Prätzas wurde 1994 zum zweiten Zunftmeister gewählt, 2003 dann zum Zunftmeister und Nachfolger von Jürgen Wangler. Als Zunftmeister war er maßgeblich am weiteren Ausbau der ehemaligen Großviehhalle zum neuen Narrenzunft-Bauhof und Probenraum beteiligt. In die Amtszeit von Prätzas fällt auch der Erwerb der Immobilie in der Sturmbühlstraße 28 und der dazugehörende Umbau und Einzug in die neue Zunftstube. Das letzte große Projekt, das Zunftmeister Prätzas anstieß, war das Weißnarrentreffen in diesem Jahr, das anlässlich 125 Jahre organisierter Fasnet in Schwenningen mit vielen zehntausend Menschen gefeiert wurde. Die Weichen für die Zukunft sind gestellt. Bei der Jahreshauptversammlung, die am 30. September um 19. 30 Uhr im Narrenzunft-Probenraum, in der Burgstraße stattfinden wird, wird den Mitgliedern der Wahlvorschlag der Vorstandschaft präsentiert. Demnach soll der zweite Zunftmeister Martin Wittner neuer Zunftmeister werden. Als neuer zweiter Zunftmeister wird sich der jetzige Zunftschreiber Lutz Melzer bewerben und neuer Zunftschreiber soll der Narrenrat Wolfgang Wittner werden.

~ Jürgen Wangler ~

Ein Bericht von Jochen Schwillo

Eine große Ehre wurde unserem Ehrenzunftmeister Jürgen Wangler zu Teil. Im Ratsaal des Schwenninger Rathauses, bekam er am 19. April 2004 von Oberbürgermeister Dr. Rupert Kubon die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg überreicht. Ministerpräsident Erwin Teufel hatte die Auszeichnung an Jürgen Wangler auf Vorschlag des Oberbürgermeisters für seine langjährige ehrenamtliche Tätigkeit in der Narrenzunft verliehen.

Oberbürgermeister Dr. Kubon würdigte die 30-jährige unermüdliche Arbeit von Jürgen Wangler im Vorstand des Vereins. "Jürgen Wangler hat es gerade in seiner Zeit als erster Zunftmeister verstanden, die Narrenzunft Schwenningen zu einem der mitgliederstärksten Vereine in der Doppelstadt Villingen-Schwenningen zu machen", lobte das Stadtoberhaupt in seiner Laudatio und betonte, dass die Fasnacht eine bedeutende Kulturschöpfung darstelle und ein Heimatfest besonderer Güte sei. "Um dieses Brauchtum zu pflegen und weiterzugeben ist viel Arbeit notwendig, und Jürgen Wangler ist dieses zeitaufwändige ehrenamtliche Engagement hoch anzurechnen", so Dr. Kubon, der noch einmal die Stationen des Jürgen Wangler Revue passieren ließ. 1973 als Zunftschreiber begonnen, wurde er 1981 zweiter Zunftmeister und Stellvertreter von Hans Faller. Dieses Amt führte Jürgen Wangler bis 1993 aus und wurde schließlich zum Zunftmeister gewählt. Bis September 2003 übte er das Amt aus. Die Narrenzunft Schwenningen hat heute rund 2.100 Mitglieder und widmet sich der Pflege und dem Erhalt der schwäbisch-alemannischen Fasnacht. Der Oberbürgermeister stellte fest, dass der Schwenninger Fasnetsumzug am Fasnets-Sunntig jährlich von bis zu 40.000 Zuschauern besucht werde.

In 30 Jahren aktiver Vorstandsarbeit für die Narrenzunft Schwenningen, habe Jürgen Wangler viele Menschen kennen- und schätzen gelernt. Im Sitzungssaal des Schwenninger Rathauses nahm der Ehrenzunftmeister im Beisein der Familie und einiger langjähriger Weggefährten und Freunden aus der Narrenzunft die Auszeichnung entgegen. Eigentlich stamme er aus keiner klassischen Narrenfamilie, stellte Jürgen Wangler schmunzelnd fest. 1965 hatte ihn aber der damalige Zunftmeister, Willi Maier, zum Narrentreffen nach Ehingen mitgenommen und steckte ihn im jungen Alter von elf Jahren ins Häs. Seither ist Wangler mit der Fasnet verwurzelt.

Vor Jürgen Wangler hatte die Ehrennadel des Landes übrigens schon Ehrenzunftmeister Hans Faller erhalten. Dieser gehörte, wie Ehrenzunftmeister Willi Maier auch, zu den Gratulanten. Mit von der Partie war auch Roland Wehrle. Der Präsident der Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte betonte, dass man in der VSAN stolz sein könne auf Menschen die sich engagieren. Nicht nur in Schwenningen komme die Narrenzunft gut an, lobte Wehrle. Die Zunft gehöre zu den Glanzpunkten in der Vereinigung und Jürgen Wangler habe einen wichtigen Teil dazu beigetragen.

Übrigens: Die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg besteht aus Silber und zeigt das große Landeswappen mit der Umschrift "Für Verdienste im Ehrenamt". Sie wird auf der linken oberen Brustseite getragen und zusammen mit einer Verleihungsurkunde übergeben. Die Ehrennadel des Landes Baden-Württemberg können Bürger erhalten, die sich durch ehrenamtliche Tätigkeit in Vereinen und Organisationen mit kulturellen, sportlichen oder sozialen Zielen oder in vergleichbarer Weise um die Gemeinschaft besonders verdient gemacht haben und dieser Auszeichnung würdig sind.