Der Schwenninger Narrenbrunnen

"Hettischt ´s Muul mit Wasser gribba, noo wär dr´s Geld im Beitl bliiba". Diesen alten Narrenspruch können die Besucher Schwenningens im steinernen Trog des Schwenninger Narrenbrunnens lesen, der am Eingang zur Muslen, auf dem Hocken steht. 1978, zum 50-jährigen Bestehen der Narrenzunft Schwenningen e.V. eingeweiht, gehört der Brunnen schon lange zum Stadtbild und erfreut die Narren auch unter dem Jahr.

Die ersten Überlegungen, solch einen Brunnen zu erbauen, gingen bereits zurück ins Jahr 1976. Bei einem Künstlerwettbewerb machte der Waldkircher Bildhauer Hubert Bernhard das Rennen. Um die Finanzierung zu decken, wurde eine Bausteine-Aktion durchgeführt. Etwas mehr als die Hälfte der Kosten für den Brunnen, der aus französischem Muschelkalk geschaffen wurde, wurde von der Stadt getragen. Neben der fast mannsgroßen Figur des Hansels sind die Masken von Hölzlekönig, Schantle, Mooshexe und Moosmulle am Brunnenrand unentwegte Wasserspeier, die in den Sommermonaten oftmals viele Kinder in ihren Bann ziehen.

Am Aschermittwoch aber ist der Schwenninger Narrenbrunnen Dreh- und Angelpunkt der Geldbeutelwäsche. Im Trauerzug gehen dann schwarzgekleidete Narren hinauf zum Brunnen, um ihre Geldbeutel zu waschen, bevor der Zunftmeister zum Heringsessen lädt.